Man erkennt schon bevor der Hund humpelt oder lahmt, ob ihm bestimmte Bewegungen weh tun. Gerade an Hüftproblemen leiden die großen Hunderassen und nur eine Röntgenuntersuchung kann Aufschluss bringen.

Hüfte degeneriertHüftgelenksdysplasie (HD) wird diese Erkrankung genannt. Das ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, dabei entwickelt sich die Hüftpfanne und die Oberschenkelkugel nicht passend zueinander. Fehlstellungen verschiedenster Art und Weise sind möglich, z.B. kann die Pfanne zu flach und die Kugel zu klein sein. Diese kann aber auch nicht rund ausgebildet sein. Das dadurch entstehende Spiel verursacht eine verstärkte Reibung, was wiederum zu einer verstärkten Abnutzung des Knorpels führt. Der Körper versucht dies aus zu gleichen indem er statt Knoprpel Knochen am Gelenk aufbaut und dies bedingt Athrose, was wiederum zu Schmerzen führt, gerade bei beginnender Arthrose.


Hüfte normal


Im Gegensatz zu einem normal entwickelten Hüftgelenk.
Der vordere Pfannenrand (a) ist scharf, die vordere Pfannenkontur (b) scharf auslaufend




Klassifiziert wird die HD wie folgt: HD A = frei, HD B = Verdacht, HD C = leicht, D = mittel und E = schwer.

HD ist zwar eindeutig genetisch bedingt, was aber nicht bedeutet, dass auch Nachkommen von HD freien Elternpaaren schwerste HD haben können. Falsche Ernährung und zu starke Belastung im Welpen- bzw. Junghundealter können HD verursachen. Daher bitte darauf achten, dass ein Landseer in diesen Lebensabschnitten nicht zu stark beansprucht wird, denn sie sind erst mit ca. 3 Jahren ausgewachsen.

Auch hier fällt mir wieder etwas ein:
In der Ausgabe 4/99 des UL (Unser Landseer, 1/4-jährlich erscheindende Mitgliederheft des VLD) schrieb die Züchterin unserer Fanny, das sie besonderen Wert auf die Aufklärung bzgl. der Schonung der Gelenke im Welpenalter legt. Dies hätten Käufer besonders erst genommen. Da diese am Wochenende möglichst zwölf Kilometer ins Grüne gehen und dem Welpen eine solche Strecke nicht zuzumuten ist, wurde der Welpe kurzerhand in den Buggy der fünfjährigen Tochter gesetzt. Der Hund liess sich die ganze Wanderung, außer von ein paar Pinkelpausen, stillvergnügt und zur Gaudi der Entgegenkommenden durch Wald und Feld kutschieren.

Bis zum zwölften Monat sollte jegliche Art von Gewaltmärschen oder belastende sportliche Aktivitäten unbedingt vermieden werden. Meist zeigt sich die HD schon im fünften bis sechsten Lebensmonat. Bewegungsvermeidung, -unlust und lahmen der Hinterläufe ist ein Zeichen. Genauere Untersuchungen sind erst ab dem zwölften bis achtzehnten Lebensmonat möglich.

Ellebogendysplasie (ED) ist eine Entwicklungsstörung des Ellebogengelenks. Dabei ist die Elle degeneriert, d.h. Elle und Speiche sind nicht gleich lang. Es kommt zu einem stufenartigen Gelenk. Erste Anzeichen dafür sind plötzliches lahmen und Bewegungsvermeidung auf den Vorderläufen, gerade bei vermehrter Belastung. Auch hier kann nur eine Röntgenuntersuchung im Alter von zwölf bis achtzehn Monaten möglich.

Bei der Osteochondrose (OCD) handelt es sich um eine Knorpelerkrankung, bei der sich Knorpel an den Gelenken nicht richtig mit den Knochen verbindet. Diese Erkrankung betrifft junge Hunde bei denen das Wachstum noch nicht abgeschlossen ist. Dabei lösen sich Knorpelzellen vom Gelenkknochen, diese wachsen dann Gelenk, wo sie Entzündungen verurachen. Typisch für die OCD ist ein Befall des Ellebogen-, Schulter-, Knie-, und Sprunggelenkes. Erkrankungen der Hinterläufe heilen meist span wieder aus.